Sagen und Legenden

Von Bienen, Kröten und Hufeisen…

Um kaum eine andere Burg der Region ranken sich so viele Sagen und Legenden.

 

Das Hufeisen auf dem Breitenstein

Die Bienen retten Montclair

Die Kröte unter dem Breitenstein

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Auf dem Weg zur Burgruine Montclair steht ein sehr steiler Felsen namens Breitenstein. Auf der Oberseite des Felsen sieht man ein Hufeisen und eine Radfurche eingemeißelt, worüber man sich folgende Geschichte erzählt:

Die schöne Tochter des Grafen sollte sich einen jungen Ritter als Bräutigam suchen. Daher kamen viele reiche Ritter dorthin, um um die Hand des jungen Fräuleins anzuhalten. Sie entschied sich für einen großen, gutmütigen deutschen Ritter. Der Graf hätte aber viel lieber einen keltischen Schwiegersohn gehabt, der zwar reich aber doch auch wütend sein sollte. Deshalb sollte in einem Wettstreit entschieden werden, wer die Tochter des Grafen heiraten dürfe.

Die Freier sollten in ihrem Pferdegespann schnell auf den Felsen Breitenstein zufahren und dort wenden.
Da es dort sehr schmal war, war dies eine schwierige Aufgabe. Der deutsche Ritter gewann, worüber der andere so verärgert war, dass er beim zweiten Versuch mit Wagen und Pferd in die Saar hinabstürzte und von den Wellen verschlungen wurde.
Es wurde eine große Hochzeit gefeiert, und als Erinnerung ließ man Hufeisen und Radfurche in den Felsen einmeißeln, so wie man sie heute noch sehen kann.

Foto: Forscherschule Bietzen, Projekt „sagenhaftes Märchenland“

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Wie schon so oft, war der Graf von Montclair wieder mal im Kampf mit benachbarten Rittern.

Obwohl diese in der Überzahl waren, gelang es ihnen nicht die Burg zu stürmen. Daher wollten sie warten, bis die Burgleute – von Hunger geplagt – sich ergeben würden.

Jedoch fand einer der Burgmänner auf der Suche nach etwas Eßbarem eine große Anzahl Bienenkörbe. Diese wären eine sehr gute Waffe gegen die Eindringlinge, dachte er sich. Man stellte die summenden Bienen in ihren Körben auf die Burgmauern, wartete bis die Feinde wieder angriffen und stieß die Körbe die Mauer hinunter. Die stechenden Bienen trieben die Feinde in die Flucht.

So konnten die fremden Ritter erfolgreich besiegt werden und die Burg Montclair blieb erhalten.

Foto: Forscherschule Bietzen, Projekt „sagenhaftes Märchenland“

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Vor vielen Jahren lebte im Saargau unterhalb der Burg Montclair ein sehr reicher Bauer. Dieser war so geizig, dass er keinem Bettler was abgab. Er glaubte auch nicht an Gott, sondern an den Teufel.

Sonntags, wenn die anderen zur Kirche gingen, zählte er seine Silbermünzen. An einem Sonntag verwandelten sich alle Silbermünzen in böse Ratten, die den Bauer mit Haut und Haaren auffraßen.

Der böse Geist des Bauern aber blieb in dem Haus und machte jede Nacht einen fürchterlichen Lärm, der die Dorfbewohner erschreckte. Ein alter Mann, der in einer Höhle unter der Burg Montclair lebte, sollte den Spuk beenden. Er kam in das Geisterhaus und trug etwas schweres zurück in seine Höhle. Niemand sah, was er dort tat.

Von da an konnte man aber in der Nähe des Breitensteins ein seltsames „Quaken“ hören. Es kam von einer riesigen Kröte, die der Geist des alten Bauern sein sollte, die so fürchterlich stank, dass sie alle Menschen und Tiere vertrieb. Selbst die Pflanzen verdorrten und die Fische in der Saar starben. Schließlich floh auch der Graf von Montclair. Mit dem Grafen verschwand auch der alte Mann aus der Höhle, der nämlich ein Bruder des Grafen gewesen sein soll, der um sein Erbe betrogen wurde.

Nach einem langen Winter kam auch wieder die Kröte aus der Höhle hervor. Da sie aber von dem vielen Schnee so geblendet wurde rutschte sie den Abhang hinunter und versank in den eisigen Fluten der Saar. Der böse Geist war endlich verschwunden und die Burgherren kamen wieder zurück auf die Burg Montclair. Der Berg schmückte sich wieder mit frischem Grün und Mensch und Tier freuten sich.

Foto: Forscherschule Bietzen, Projekt „sagenhaftes Märchenland“